Zauberkünste
Ich erinnere mich an ein Zauberkunststück, das ich einigen Kindern während meiner Zeit als Kindergärtnerin vorführte. Ich hielt einen Zylinder mit der rechten Hand, in der - für niemanden sichtbar – einige Geldstücke versteckt waren. Mit der linken tat ich so, als schnappte ich Münzen aus der Luft, die ich dann in den Zylinder warf. Tatsächlich führte ich dies natürlich mit der rechten Hand aus, in der diese Geldstücke versteckt waren. Unmerklich ließ ich sie in den Zylinder fallen.
Die Kinder waren fasziniert und als die Zaubervorstellung längst zu Ende war, stand ein kleiner Junge vor mir, der immer noch Geldstücke “fliegen sah” und mich aufforderte, diese doch auch noch einzufangen.
Das erinnert mich an eine Passage aus Matthäus 17, in der es um die Frage geht, ob von dem eigenen Volk Steuern eingefordert werden können oder nicht. Nein, nein, ich werde jetzt nicht politisch. Von Politik verstehe ich nicht viel und überlasse das denen, die sich damit auskennen.
Mir geht es vielmehr um den Auftrag, den Jesus in Vers 27 an Petrus erteilt
„Geh hinunter zum See und wirf eine Angelschnur aus. Dem ersten Fisch, den du fängst, öffne das Maul. Du wirst darin eine Münze finden. Nimm diese Münze und bezahle damit für uns beide die Steuer.“
Es steht nicht weiter geschrieben, ob Petrus diesen Auftrag ausführte. Ich gehe davon aus. Wie viel Vertrauen muss Petrus aber dann zu Jesus gehabt haben, um dieser ausgefallenen Aussage zu folgen? Und wie sieht es bei mir aus? Ich glaube ja eigentlich daran, dass Jesus den Sturm stillen und aus Wasser Wein machen kann. Aber hätte er mir diesen Auftrag erteilt, hätte ich doch Bedenken, dass Er mich vielleicht nur auf den Arm nehmen will.
Da haben Kinder uns einiges voraus! Und vielleicht wäre der Junge aus dem Kindergarten der einzige, der keinerlei Zweifel hegen würde, dass Jesus genau da eine Münze versteckt hat. Wahrscheinlich würde er sogar um die Wette laufen, um diese als erste zu ergattern.
Hat Jesus uns nicht immer wieder auf die Kinder verwiesen? Dass wir so werden sollen wie sie? Auf seine Zusagen vertrauen sollen?
Der Junge von damals wird längst wissen, dass nicht einmal David Copperfield und schon gar nicht seine Kindergärtnerin von damals wirklich zaubern können, sondern sich genialer Tricks bedienen. Hat er sich trotzdem seinen kindlichen Glauben von damals bewahren können? Den Glauben an das “Unsichtbare”? Den Glauben, dass mit Gott alles möglich ist?
Ich wünsche mir von Herzen, dass er dazu inzwischen nicht “zu erwachsen” geworden ist.